Telematikinfrastruktur und andere Lästigkeiten

6.12.21 Seit einer Woche laufen alle neu aufgesetzten Rechner. Einziger Hänger: Es war nicht möglich, aus der Bildverarbeitung Mails zu verschicken. Lange Suche, dann die Lösung: Es gibt den Mailclient in 32- und 64-Bit-Version. Also wurde von 12 Rechnern die 64-Bit-Version gelöscht und das andere Thunderbird aufgespielt. Zeitaufwand 15 Minuten – pro Rechner. Sonntags. Wenn alles eine Woche läuft, werden alle Festplatten ausgebaut, eine Sicherungskopie erstellt und ohne Anschluss in die Rechner geklemmt – für Abstürze und schlechte Zeiten.

22.11.21 Alle drei Wochenendtage in der Praxis verbracht beim Neuaufsetzen der Rechner. Heute streikte die Telematikinfrastruktur, teil Impfzertifikate. Ein Uraltproblem ist gelöst: Seit Jahren versuchen wir, die Labordatenfernübertragung, alos das Senden von Laborbefunden direkt in unsere Akte, hinzubekommen. Es scheiterte immer wieder am Format der Labornummer, mit der Daten einzelnen Patienten zugeordnet werden. Über das Format einer Labornummer – vier-, sechs,- acht- oder zwölfstellig – kann man sich lange unterhalten. Die Lösung: Unser Labor schickte gar keine Labornummer mit. Seit heute kommt sie und schon klappt es.

18.11.21 Mittlerweile sind 7 von 12 Arbeitsplatzrechnern neu aufgesetzt und zukunftstauglich, das waren 7 lange Abende. Zwei neue Computerlästigkeiten gab es diese Woche:

Zunächst wissen wir eine Ursache, warum der Konnektor, also der Verbindungsrechner zwischen Chipkartenlesegerät und Krankenkasse, immer wieder abstürzt. Es gibt neue Chipkarten, Serie G2.1. Die Spezifikation dieser Karten ist zwischen Hersteller und Krankenkasse strittig. Wenn eine solche Karte eingelesen wird, funktioniert das problemlos. Leider wird der Vorgang nicht beendet, wenn man die Karte wieder aus dem Lesegerät zieht und der Konnektor tauscht Nonsensdaten mit der Krankenkasse. So lange kann auch an anderen Arbeitsplätzen keine Chipkarte eingelesen werden, keine elektronische Arbeitsunfähigkeit ausgestellt und kein e-Rezept erstellt werden. Die Lösung: Einmal Lesegerät und Arbeitsplatz neu starten. Das sind dann 5 Minuten mehrmals täglich. Eine bessere Lösung kommt – vielleicht – mit dem nächsten Update des Konnektors 2022.

Wir hatten uns mit unserem Softwaresystemhaus Medistar in Hannover wegen unerklärlicher Rechnungen geärgert. Sie stieg noch einmal um 100 €.

2.-8.11. Wieder mal hat sich ein kleines Projekt in eine Woche Arbeit einschließlich Wochenende und Nacht verwandelt: Unsere 12 Rechner stammen von 2014 und waren sehr langsam. Also war der Grundgedanke: Wir wollen nicht alle Software neu aufspielen und die intakten Computergehäuse samt Netzteil entsorgen, also kaufen wir Aufrüstkits für die Rechner. Proberunde: Ein Kit wurde für 450 € bestellt, in den Rechner eingebaut – und lief nach einem eine Minute langen Eingriff beim Rechnerspezialisten gut. Die Festplatte war zu langsam, also wurde dann eine moderne NVMe M2.0 SSD besorgt, Platte gespiegelt und verschoben – lief ohne Datenverluste.

Also haben wir 14 Tage später 11 identische Boards mit Prozessor, Kühler, Speicher und NVMe für ca.6000 € gekauft und dann begann das Elend. Das ursprünglich gekaufte Board war nicht lieferbar, alle anderen sind „so ähnlich“. Für Fachfreaks: Wir haben in der Probeserie den einzigen Rechner erwischt, der irgendwann einmal auf eine UEFI-Festplattenverwaltung eingestellt war. Das wussten wir aber nicht. Alle anderen Festplatte waren mit dem alten MBR-Format bespielt, liefern in den alten Rechnern schon nur mit einer Anpassung namens „Legacy-Mode“ und in den neuen gar nicht. Natürlich kann man die neuen Boards auf Legacy einstellen, aber dann brauchen sie plötzlich eine zusätzliche Grafikkarte. Und mit Legacy kommen die NMVe-Festplatten nur mäßig und Windows 11 (noch nicht da, aber wird uns bald erfreuen) gar nicht klar. Nun läuft die Hälfte der Rechner irgendwie, jeder mit anderen Anpassungen. Rein technisch kann ich sie auf UEFI umstellen und irgendwann Windows 10 installieren. Dazu muss ich dann doch alle Daten umziehen (außer den Patientendaten, die liegen auf dem Server) und fast alle Rechner neu aufsetzen, neues Windows … . In diesem Zusammenhang geht viel Dank an ein privates Medistar-Forum. Seit diesem Menschen weiß ich, wie man Medistar und Word einbindet.

Nachtrag 23.00 Uhr: Word lässt sich nicht noch einmal aktivieren. Es meint zunächst: „Die Anzahl der möglichen Aktivierungen wurde überschritten, kontaktieren Sie den telefonischen Service!“ und dann „Der telefonische Support für dieses Produkt wurde beendet. Klartext: Entsorgen, neu kaufen.

25.10. Zehn Tage keine Systemabstürze – das könnte allerdings daran liegen, dass wir eine Woche im Urlaub waren. Heute Morgen ging daher auch nichts – alle Rechner waren langsam wegen Mikrosoft-Updates, die Labordatenfernübertragung stürzte bei Frau Özgüs, Frau diSalvatore, Herrn André Soundso und Frau von Blauberg (alle Namen geändert, die Probleme sind der Umlauf am Namensanfang, der Großbuchstabe im Namen, das é und das „von“) viermal ab und die geplante halbe Stunde zum Hochfahren reichte nicht – Sprechstundenbeginn 8.10 Uhr. Heute Abend sind dann ein Medistar-update und ein Serverupate dran.

Abend. Medistar-Update und prompt wurde der Datenstand der Medikamentendatenbank vom 15.10. auf den 1.10. rückgesetzt. Also nächstes Update – dieses Mal die Medikamentendatenbank. Nun hab ich wieder den 15.10. Da waren wir heute früh. Funktionskontrolle. Daten noch  da. Rezeptformular und Überweisung gehen. Die neue E-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung provoziert dreimal nachvollziehbar einen Rechnerabsturz. Alles einmal runter- und wieder hochfahren, Gleicher Fehler. Also hing ich 17.03 Uhr 20 Minuten in der Hotline, bekam dann eine freundliche Servicemitarbeiterin und wollte ihr den Fehler demonstrieren. Alles funktionierte. Gut so, die Sorge vor Fehlfunktionen morgen bleibt.

14.10.21 Absturz der elektronischen AU-Schreibung – und Signatur. Wir haben doch tatsächlich 4stellige PINS verwendet und sollen doch bitte 8stellige PINS mit Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Ziffern verwenden. Aber wir haben unseren ersten E-Arztbrief versendet, eine Eingangsbestätigung von der Gegenseite und dann einen Anruf: Wir sollten den Brief aufs Fax legen, niemand weiß, wie man ihn liest und speichert. Das wird schon und Dank an Herrn Spahn für diesen ganzen unausgegorenen Spielkram.

12.10.21 Wir haben Medistar den Kontenzugriff gesperrt, weil die Rechnungen nie schriftlich kamen und die Kosten nicht nachvollziehbar stiegen. Heute kam eine vierte und letzte Mahnung (also 1-3 gab es nicht), dass uns das Update und die Hotline gesperrt werden, wenn wir nicht zahlen. Immerhin stand der Name eines Geschäftsführers unter dem Brief und dank Google gab es auch eine Handynummer. So habe ich einen freundlichen Kaufmann kennengelernt, der mir die alten Rechnungen zukommen lies und erklärt hat, wie Medistar denkt.

An zwei Stellen reden wir aneinander vorbei: Medistar hat in seinen AGB geschrieben, dass es keine Rechnungen zustellen muss. Man war der Meinung, dass der Steuerberater so etwas wissen muss. Schade, dass weder wir noch unser Steuerberater  oder das Finanzamt die AGB von Medistar kannten. Akzeptabel finde ich so etwas nur, wenn der Abbuchungsbetrag jedes Mal gleich ist. Das war leider nicht der Fall.

Auf der Rechnung standen dann nur zwei Punkte „Medistar“ und „IPC3“. IPC3 kannten wir nicht, der Sachbearbeiter der Hotline auch nicht. Also haben wir es storniert. „Medistar“ sagt nichts darüber aus,, welche Module (Arztbriefschreibung, Patientenkalender, Privatabrechnung, BG-Abrechnung, Telefonschnittstelle, Anbindung Röntgen, Labor, Ultraschall oder Kaffeemaschine) hier in Rechnung gestellt werden. Was wir fordern müssen, ist eine Modulübersicht. Nun habe ich die Modulübersicht auch versprochen bekommen. Sie ist nicht da.

11.10.21 Freitag, Samstag und Sonntag saß ich je 3 Stunden in der Praxis, um weitere 4 Chipkartenlesegeräte zu installieren. Die braucht man zukünftig für die elektronische Patientenakte. Testlauf geht nicht, weil noch kein Patient und keins unserer gesetzlich versicherten Kinder die kassenseitigen Voraussetzungen erfüllte. Am Montag rief dann jemand von Medistar zurück und ordnete die Installation. Jetzt können wir immerhin in 4 Sprechzimmern Chipkarten einlesen. Eine Mini- Zusatzfunktion für 1600 €.

 

7.10.21

Schon lange steht der Plan, mal mitzuschreiben, welche Massen von Ressourcen und Nerven in den Computern verschwinden. Gestern haben wir auf einen Rutsch die Kommunikation in der Medizin KIM, den e-Arztbrief, die elektronische Patientenakte und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsschreibung installiert bekommen. Von Seiten unseres Softwarteanbieters klappte das gut, schnell und pünktlich. Eine knappe Stunde Fernwartung, dann war alles installiert. Ein Testlauf war nicht möglich, weil die Telematikinfrastruktur mit den Kartenlesegeräten nicht funktioniert. Die TI gehört zum gleichen Konzern wie Medistar, eine interne Kommunikation scheint es nicht zu geben. Ich habe 15.10 bis 17.00 Uhr in der TI-Hotline Ansagen über den nächsten Kunden gehört, niemanden erreicht.

Heute früh kam dann der GAU, es funktionierte kein Chipkartenlesegerät und die Sprechstunde stand. Schon nach einer halben Stunde kam ich zur Hotline durch, eine dreiviertel Stunde später war ein guter Techniker in der Leitung. Der brauchte eine halbe Stunde und gegen zehn ging die Sprechstunde los. Arbeitsverlust 2 Stunden.

Jetzt funktioniert alles bei CGM Medistar, vieles bei CGM TI und am Montag ruft einer von der CGM Hardware zurück. Vielleicht ist dann der Testlauf möglich.

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