Impfen in der Praxis

7.10.21

Heute gab es gerade mal eine Erstimpfung, ein paar Auffrischungen, doch die Nadelarbeit reißt nicht ab: täglich 20 Grippeschutzimpfungen, ein paar Prevenar und Pneumovac gegen Lungenentzündungen, etwas Shringix gegen Herpes und Auffrischungen von Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio (Boostrix-Polio) sorgen dafür, dass wir alle mit der Nadelarbeit fit bleiben. Wenigstens gibt hier immer Einzeldosen und keinen Papierkram.

Dafür gibt es neue Impfempfehlungen.

24.9.21

Nichts Neues: eine Erstimpfung und eine Zweitimpfung innerhalb einer Woche, der Hauptteil sind Drittimpfungen für Rheumatiker. Die Reaktionen der Ungeimpften, wenn man sie auf die Impfung anspricht, sind zu 50% gelassen und zu 50% aggressiv. Aus Selbstschutzgründen investieren wir keine Zeit mehr in Versuche, Ungeimpfte zu überzeugen.

Wenn es eine rechtliche Möglichkeit gibt, 2G-Praxis zu werden, bieten wir das 4 Tage pro Woche an. Vielleicht erzeugt es ein gewissen Unbehagen für Ungeimpfte, zu wissen, dass sie mit ganz vielen anderen Ungeimpften in einem Wartezimmer sitzen. Möglicherweise motiviert das. Das Gefühl, 8 Stunden täglich Maske zu tragen, damit die Minderheit der Ungeimpften sich nicht bewegen müssen, ist weiterhin beklemmend, kommunikationsstörend und atemberaubend.

14.9.21

Nunmehr gibt es eine Impfempfehlung für Schwangere ab dem 4. Monat und für Stillende. Nur Impflinge, die gibt es nicht: 3 Erstimpfungen letzte Woche.

30.8.21

3 Wochen Urlaub, in der Zwischenzeit empfahl die Stiko die Impfung für Kinder von 12-17 und die Drittimpfung für Rheumatiker. Die Nachfrage nach Coronaimpfungen ist sehr verhalten, 14 Impfungen letzte Woche, davon eine Erstimpfung und – tatsächlich – eine Astra-Zeneca. Das dürfte die letzte Astra-Zeneca-Impfung bei uns gewesen sein.

13.7.21

Leider verstirbt die Impfkampagne vorzeitig an mangelnder Nachfrage. In der letzten Woche gab es genau zwei Erstimpfungen. Die Umstellung zur Kreuzimpfung lief problemlos, niemand wollte AstraZeneca. Diese Woche gibt es noch einmal 80 Zweitimpfungen. Dann sind für uns die Zeit der Massenimpfung zu Ende.

Bei vielen Patienten und bei mir steigt die Wut auf die Ungeimpften, die die vierte Welle der Covidimpfung alleine unter sich ausmachen und damit für uns alle die Maskensaison verlängern. Eine Impfpflicht bekommen wir in Deutschland nicht organisiert, ich möchte sie auch nicht durchsetzen. Den Standpunkt: „Wer Ungeimpften Freiheitsrechte zurückgibt, verspielt die letzte Chance auf Herdenimmunität und entzieht Geimpften unnötig die Freiheit!“ kann ich gut verstehen.

Die Festlegung einer Impfpflicht fürs Gesundheitswesen in Griechenland und Frankreich finde ich vorbildlich und auch für Schulen und Kindergärten notwendig.

Ein Ende der Maskenpflicht für Geimpfte würde dafür sorgen, dass die Impfverweigerer, Impfverpenner und die sehr wenigen nicht Impffähigen aus der Anonymität kommen und sich mit ihrem Status täglich auseinandersetzen müssen.

Genauso wäre es zumutbar, Flugreisen, Bahnreisen, Innenrestaurants, Massenveranstaltungen und Kinos nur für Geimpfte zu öffnen. Man kann ohne diese Dinge leben und wenn wir die Herdenimmunität erreichen wollen, dann muss es unpopulär und unangenehm für die werden, die den Herdenschutz nutzen und nichts beitragen.

Frau Merkel hat Stellung genommen: „Eine Impfpflicht ist nicht unser Weg.“ Darüber nachzudenken, ob man irgendwann die Coronatests für Ungeimpfte kostenpflichtig zu machen, ist weder ein Weg, noch ein Schritt. Es ist harmlose Wahltaktiererei, um niemanden zu verärgern. Zur Erinnerung: Covid-19 ist nicht harmlos.

  1. 1.7.21

Heute ist ein schwarzer Tag für die Biontech-Impfung: Wir haben zum ersten Mal eine Dosis Comirnaty entsorgen müssen, weil sich niemand mehr zum Impfen fand: Die gesamte Warteliste war schon woanders geimpft oder niemand erreichbar. Dafür müssen wir uns keinen Kopf mehr um Impfstofftrennung machen: Die Stiko empfiehlt die Kreuzimpfung Biontech nach Astra jetzt für alle. Damit brauchen wir kein AstraZeneca nachzubestellen und dürfen wieder mal alle Astrageimpften fragen: ob sie nach dem Impftermin jetzt auch den Impfstoff wechseln wollen. Jetzt warten wir auf die Empfehlung, auch die Johnson/Johnson-geimpften mit Biontech zu boostern.

26.6.21

Die Vorgaben für die Impfstoffbestellungen der 28. Kalenderwoche sind veröffentlicht: Jeder Arzt darf so viel Biontech und Astra-Zeneca bestellen, wie er möchte. Die Mindestliefermenge liegt bei 24 Impfdosen Comirnaty und 70 Impfdosen Vaxzevria + die benötigten Zweitimpfungen. So etwas ist leider nur möglich, weil viele Praxen nicht mehr impfen und weniger Besteller mehr Impfstoffe bekommen. So kommen wir uns ein wenig asozial vor, wenn wir von diesem großzügigen Angebot je ein Fläschchen beider Impfstoffe abrufen. Aber in der fraglichen Woche planen wir nur 3 Zweitimpfungen Biontech, weil es vor6 Wochen keinen Impfstoff für Erstimpfungen gab und wegen dem schlechten Spritzenmaterial nur 3 Zusatzdosen anfielen. Für Erstimpfungen fehlen uns durch Betriebsferien die Termine. Für Vaxzevria gibt es keine Nachfrage mehr.
In der Woche danach wollen wir etwas Neues probieren: Es werden vormittags, wenn wir mehr Personal haben, jeden Montag, Dienstag und Donnerstag halb neun bis neun und halb zehn bis zehn je 6 Plätze Comirnaty vergeben – vorrangig an die letzten ungeimpften Rheumatiker und Patienten, die ein halbes Jahr nach überstandenem Covid die Boosterimpfung brauchen, dann aber auch an Patienten und ihre Angehörigen. Das sind dann jede Woche 36 Erstimpfungen ohne den Wahnsinn, dass 40 Leute gleichzeitig zur Impfkampagne kommen. Mittlerweile haben sich Nachbarn beschwert, weil es keine Parkplätze und unkontrolliert abgestellte Fahrzeuge auf den Gehwegen gibt, wenn wir impfen.

Ab Mitte Juli gibt es ein Angebot für die über 60-jährigen, die standhaft Vaxzevria verweigert haben: Wir akzeptieren sie als Nachrücker. Es ist besser, dass auch diese Leute geimpft werden als dass wir vorschriftsgemäß verärgerte Ungeimpfte hinterlassen. Ziel ist weiterhin die Herdenimmunität und das ist noch ein weiter Weg. Immerhin können wir behaupten, ein Einhunderttausendstel der Deutschen Impfkampagne mitgetragen zu haben. Es fühlte sich nach mehr an.

Im Niedersächsischen Ärzteblatt stand jetzt, 4.000 niedersächsische Ärzte hätten 1,5 Millionen Impfungen verteilt. Die Nachrichten hinter der Nachricht:

  1. Wir sind Durchschnitt. 375 Impfungen pro Arzt schaffen die anderen also auch. Mehr Impfstoff gibt es nur schwer.
  2. 4000 Niedergelassene haben geimpft. Wir sind in Niedersachsen 10500 Niedergelassene. Was tun die anderen?

Was uns so richtig ankotzt, ist die Bezahlung: Wir bekommen für zwei Impfungen zusammen 40 €, dazu 4 € für die digitalen Impfausweise. Das ist OK. Für das Beglaubigen zweier fremder Impfungen mit digitalem Impfausweis bekommen wir 36 €. Das Verwalten der Weltrettung wird also immer noch höher angesehen als die Weltrettung selbst. Bleiben Sie logisch – wenn es die Regierung schon nicht tut.

 

17.6.21

Innerhalb von 2 Wochen ist die Rekrutierung zum Impfen völlig gekippt. Wir haben heute noch Impfplätze für Biontech frei und können auf einmal nicht mehr jeden Impfwunsch sicherstellen, weil die Zweitimpfung auf den Urlaub des Patienten oder der Praxis fällt. Wir werden mit Impfanfragen Biontech für 11-oder 70-jährige erfreut. Anfragen für Erstimpfungen mit Astra-Zeneca gibt es schon 2 Wochen nicht mehr. Langsam wird es schwierig, Patienten für Biontech zu rekrutieren. Daher bestellen wir jetzt nur noch so viel Impfstoff, wie wir für Zweitimpfungen benötigen. In den nächsten drei Wochen fallen die möglichen Zweitimpftermine in unsere Betriebsferien. Der Rest in den Dosen reicht für die letzten Erstimpfungen.

Die entsetzliche Konsequenz daraus: 50% der Bevölkerung sind geimpft. Wenn es jetzt schon schwierig wird, neue Impflinge zu finden, endet die Impfkampagne irgendwo zwischen 55 und 60 % und im Herbst starten wir die 4. Welle der Pandemie. Es wird Zeit, die nicht Impfwilligen zu motivieren – positiv ausgedrückt.

9.6.21

Die Impfzeiten sind nun geregelt: Zweimal ein Fläschchen Astra-Zeneca montags und dienstags, der Terminkalender ist voll bis August mit Zweitimpfungen. Zweimal wöchentlich bis zu vierzig Impfungen Biontech, wobei 36 Patienten Zweitimpfungen und priorisierte Rheumatiker sind und nur jedesmal vier Impfdosen für Nichtpriorisierte anfallen. Von einer Impfung für die Öffentlichkeit sind wir immer noch weit entfernt. Nur die Nachfrage ist durch das Ende der Priorisierung weiter gestiegen. Diese Woche gibt es 19 Einzeldosierungen für Erstimpfungen – 6 durch ein für Erstimpfunfen zugeteiltes Röhrchen, 5 weil wegen nur einer Zweitimpfung ein neues Röhrchen bestellt werden konnte und weitere 8 durch beim Aufziehen entstandene Reste von 12 Röhrchen. Wenn wir die wie vorgeschrieben entsorgen würden, wären also 42 % der möglichen Erstimpfungen weg. Irgendwie deprimierend.

2.6.21

Bei Impfungen von Priorisierten ist eine spürbare Sättigung erreicht. Wir hatten gestern erstmalig Probleme, vier zusätzliche Impfdosen Comirnaty zu verimpfen. Ein Autohaus, eine Bäckerei und zwei Apotheken sowie einige Bekannte mussten angerufen werden, damit nichts verfällt. Für den morgigen Tag sind noch 13 Impfplätze frei, auch das ist ungewohnt. Es scheint also genau richtig zu sein, dass in der nächsten Woche die Priorisierung fällt. Leider ist für die nächste Woche nur wenig Comirnaty angekündigt. In den drei Wochen drauf können wir keine Termine für Erstimpfungen anbieten,, weil wir wegen des anstehen VW-Werksurlaubes und unseres Jahresurlaubes keine Termine für die Zweitimpfung haben.

27.5.21

Herr Spahn macht endlich Ernst mit dem Impfen. Nächste Woche bekommen wir 12 Fläschchen Comirnaty. Damit können wir endlich mal allen Rheumatikern in der laufenden Sprechstunde ein Angebot machen. Für öffentliche Impfangebote reicht das leider immer noch nicht. Vaxzevria bekommen wir nur noch für Zweitimpfungen. Da aufgrund der neuen Wahlfreiheit beim Zweittermin fast jede Woche ein oder zwei Leute Zweitimpfung haben, gibt es immer noch Impfstoff für Erstimpfungen. Die Wahlfreiheit beim Zweitimpftermin machen wir aber nicht mehr mit, wir legen das jetzt so fest, das immer 10er Gruppen entstehen. 4 Dosen Vaxzevria 1. Termin 1.6., Zweittermin 27.7. sind Stand 13.00 Uhr noch im Angebot.
Der Aufreger der Woche war die Frage eines Sportvereins, ob wir junge Leistungssportlerinnen 16-18 Jahre alt durchimpfen können.  Irgendwann kann sich das die Gesellschaft da leisten. Noch gehen chronisch Kranke vor.

20.5.21

Die Lieferankündigung für Impfstoffe für die 21. Kalenderwoche ist da: 24 Einzeldosen Comirnaty für Zweitimpfungen, nichts für Erstimpfungen und 10 Einzeldosen Vaxzevria von AstraZeneca, die zu gleichen Teilen in Erst- und Zweitimpfungen am Montag der 22. Kalenderwoche verplant sind. Eine Woche später dürfen dann die Betriebsärzte mitimpfen – wenn sie denn Impfstoff bekommen.

18.5.21

Zwei Impfrunden mit Vaxzevria für bisher nicht bekannte Patienten sind durch. Bilanz: über 200 Mailanfragen, daraus resultierten 35 Anmeldungen, (= 3 Abende Mailverkehr, Aufklärung und Diskussionen), 17 Abmeldungen in den letzten 12 Stunden vorm Termin und so sehr viel Schreiberei und Telefoniererei, um 18 Dosen zu verimpfen und 4 zu entsorgen. Das Projekt ist gescheitert. Wir versuchen, den letzten Termin für Neuimpfungen am 1.6. aufzufüllen – zweite Impfung am 26. Juli. Danach bieten wir keine Erstimpfungen mit AstraZeneca mehr an, weil zu den Zweitimpfungen immer wieder nur 3-4 Patienten im Buch stehen. Die Nachfrage ist zu gering und der Wegwerfanteil zu hoch.

15.5.21

Wir haben gehofft, wenigstens Vaxzevria von AstraZeneca reichlich anbieten zu können. Im Kühlschrank sind verplante 4 Ampullen. Überraschend wird nächste Woche kein AsraZeneca geliefert, so dass in der Woche nach Pfingsten keine Impfungen mit diesem Impfstoff geplant sind. Meine Neuentdeckung ist www.sofort-impfen.de. Wir werden das mal ausprobieren und schauen, ob so Impflinge für AstraZeneca gefunden werden.

11.5.21

Für die nächsten 2 Wochen ist die Impfstofflieferung beschränkt: Comirnaty von Biontech wird passend für die Zweitimpfungen der 14/15. Kalenderwoche geliefert plus genau ein Fläschchen. Da werden wir kaum neue Patienten impfen können. Vaxzevria von AstraZeneca gibt es (angeblich). Da unsere Patienten über 60 wegen des Rheumas meist die Ersten sind, an die der Hausarzt auch schon gedacht hat, finden wir meist nur einen passenden Patienten am Tag. Dafür haben wir für 2 Impfsprechstunden pro Woche ausreichend Nachfrage von Leuten, die wir überhaupt nicht kennen. Wir schaffen das, werden aber dafür keine Sprechstunden reduzieren, sondern eher die Impfstoffbestellung herunterfahren.

6.5.21

Erstmals haben wir vier Impftage in der Woche – immer in der Freizeit und neben der laufenden Sprechstunde. Für diese Woche gab es 48 Impfdosen Comirnaty und 40 Impfdosen Vaxzevria. Mittlerweile wissen wir, warum manchmal viel Impfstoff aus den Ampullen kommt und manchmal nicht: es liegt an der Qualität der Spritzen. Wenn die Feinspritzen mit vermindertem Totraumvolumen mitgeliefert werden wie auf dem Bild rechts, kommt mehr heraus. Selbst kaufen kann man so etwas derzeit nicht aus seriösen Quellen, der Markt ist leer.

27.4.21

Nächste Impfrunde mit Biontech. In der aktuellen Charge kommen aus einem Vial Biontech exakt die 6 zugesicherten Impfdosen. Das ist etwas weniger, aber dafür besser planbar. Heuten wurden die Patienten im exakten 3-Minuten-Abstand geimpft und das heißt: Es geht mehr. Wir können jetzt auch Anfragen eigener Patienten nach Impfungen per email bedienen. Als Konsequenz der Verschiebungen der Arbeitstage durch die vielen freien Tage werden wir im Juni täglich 30 Patienten für die Zweitimpfung schaffen müssen, da viel weniger Bürokratie anfällt als beim ersten Mal, ist das machbar.

26.4.21

Wir haben uns entschlossen, eine Warteliste für Menschen einzurichten, die sich mit Vaxzevria impfen lassen möchten und nicht priorisiert sind. Frau Gesundheitsministerin Behrens hat heute das Impfen in den Impfzentren für die über 60-jährigen freigegeben und alle eingeladen, sich mit Vaxzevria impfen zu lassen. Wenn die Nachfrage gering ist oder diese Menschen durch sind, wird freigegeben. Dann sollte man eine Warteschlange haben.

Außerdem möchten wir gerne die priorisierten Patienten, die das wünschen, mit AstraZeneca impfen. Wenn dann jemand nicht kommt, nehmen wir regelkonform lieber jemand Nichtpriorisiertes, als den Impfstoff zu verwerfen.

Bedingungen:

  • selbst oder der Partner schonmal bei uns Patient gewesen.
  • weibliches Geschlecht und über 30 Jahre oder männliches Geschlecht (oder diverses, unbestimmtes oder sonstiges Geschlecht über 30)
  • keine durchgemachten Thrombosen oder Lungenembolien.

Dann kann man sich melden, optimal mit den ausgefüllten Unterlagen.

24.4.21

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung teilt bedauernd mit, dass in der ersten Maiwoche doch kein Impfstoff von Johnson & Johnson kommt. Wir dürfen dafür gerne mehr AsteaZeneca bestellen. Da wir uns prinzipiell weiter an die Priorisierung halten müssen, werden wir das nicht tun – zu wenig geeignete und impfwillige Patienten. Kann Herr Spahn mit seinem Bundesministerium bitte mal einen Impfplan machen, der eine Woche Bestand hat?

Falls die Niedersächsische Landesregierung hier mitliest: Bitte mal AstraZenecas Impfstoff aus der Priorisierung nehmen wie in vielen anderen Bundesländern auch. Dann werden wir ihn reissend los. Das wäre gut für die Herdenimmunität und für unsere Nerven. Wir möchten ihn gerne an die verimpfen, die ihn haben wollen.

22.4.21

Ein neues „Erlebnis“: Wir haben Vaxzevria von AstraZeneca verimpft. Es war deutlich schwieriger, Patienten vom Impfstoff zu überzeugen. Ein Drittel der Angesprochenen findet AstraZeneca richtig, ein Drittel ist beleidigt oder lehnt den Impfstoff rigoros ab. Das letzte Drittel findet AstraZeneca akzeptabel, ist aber schon woanders geimpft oder hat einen Termin. Wir hatten außer eigenen Patienten auch deren gleichaltrige Lebenspartner zur Impfung eingeladen, wenn das nachgefragt wurde. Im Nachgang hätten wir mehr impfen können, wenn mehr Impfstoff verfügbar wäre. Der Bedarf ist da, die Nachfrage ist da und man wird halt ab und zu beschimpft. Das ist der Job. Niemand fand bisher Astrazeneca besser als Biontech.

Zwei Vials a 10 Impfdosen waren im Kühlschrank, 25 Patienten hatten im Vorfeld die Aufklärung unterschrieben und 21 hatten einen Termin. Dann ging die Hektik los: 2 Patienten haben noch am Impftag abgesagt – einmal wegen Druck der Verwandschaft gegen AstraZeneca und einmal wegen akuter Erkrankung. Das konnten wir noch mit Nachrückern auffüllen.

Die Mitarbeiterin, die die Impfungen aufzog, zeigte stolz 23 Impfdosen, die aus den geplanten 20 in der Realität wurden. Daher wurde die Nachrückerliste gebraucht. „Natürlich“ waren die Leute nicht erreichbar, die Handyakkus leer oder keine Zeit/kein Fahrer verfügbar. Den letzten Impfling haben wir 20 Minuten vor dem Verfallen der Impfdosen von der Warteliste einer benachbarten Praxis bekommen und so wurde auch bei AstraZeneca alles an die Patienten gebracht.
Wenn wir noch einmal Vaxzevria von AstraZeneca angeboten bekommen, führen wir eine Warteliste, damit es genug Nachrücker gibt.

In der nächsten Woche gibt es erst einmal 7 Fläschchen von Biontech, die 42 Impfdosen sind innerhalb von zwei Tagen in der laufenden Sprechstunde vergeben worden. Bestellt waren 10 Fläschchen, das hätte dann 3 Tage gereicht.

Für die erste Maiwoche sind 72 Dosen Biontech, bis zu 100 Dosen AstraZeneca und 30 Dosen Janssen von Johnson&Johnson Maximalbestellmenge angekündigt. Das wird fordernd. Bisher gab es meist 70 % der Bestellung.

17.4.21

Letzte Woche haben wir 6 Ampullen Comirnaty verimpft. Wir schaffen einen 4-Minuten-Takt. Schneller ist wegen der Warteschlange vorher (viele kommen zu früh) und hinterher im laufenden Praxisbetrieb nicht drin. Gern würden wir mehr machen – auch nach Feierabend oder Samstags. Der Impfstoff fehlt.

In der kommenden Woche gibt es auf eine Bestellung von 100 Impfdosen 12 Einzeldosen Comirnaty und 20 Einzeldosen Vaxzevria (Astra-Zeneca). Entgegen allen Befürchtungen ist die Nachfrage nach Astra-Zeneca gut, alle Plätze sind vergeben. Schauen wir, ob alle kommen.

In der letzten Aprilwoche macht die Bundesrepublik wieder Scherze mit den Ärzten. Erst sollten es Biontech und Astra-Zeneca 1:1 werden (also bei 30 Einzeldosen 5* Biontech a 6 und 3* Astra-Zeneca a 10), dann 18-30 Einzeldosen Comirnaty und 10 – 50 Einzeldosen Vaxzevria. Die neueste Ankündigung von gestern sagt „24-48 Einzeldosen Comirnaty pro Arzt. Astra-Zeneca wird nicht geliefert.“ Unklar ist, wieviel gekürzt werden muss, weil mittlerweile über 50.000 Praxen impfen.

Das stellt uns vor ein Rätsel: Sollen wir jetzt die Gruppe über 60 garnicht mehr oder mit Biontech impfen? Beides ist falsch.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir auch weiterhin keine Warteliste führen und erst dann Termine machen, wenn wir wissen, was wir bekommen. Dann ist es bis zur Lieferung spannend, ob alle Röhrchen unbeschädigt ankommen.

12.4.21

Vorige Woche gab es vier Ampullen Comirnaty, diese Woche werden es sechs. Der Bedarf ist bei 15 Ampullen pro Woche. Das ist zu wenig, um Patienten einzubestellen und die Nachfragemails zu Impfungen mit einem Termin zu beantworten. Wir werden die priorisierten Patienten in der laufenden Sprechstunde ansprechen. Impfen geht schnell, man schafft alle 3 Minuten eine Injektion.

Der große Zeitfresser sind die 5 Seiten Aufklärung, wo viele Patienten nicht in der Lage sind, zwei Kreuze und zwei Unterschriften zu setzen.

Auch wenn es ein bisschen peinlich ist: Hier ist nochmal das Formular:

2.4.21

Es geht endlich los. In der nächsten Woche bekommen wir 4 Ampullen Covirnaty mit 24-28 Einzeldosen mRNA-Impfstoff. Es sind Betriebsferien. So haben wir viel Zeit, die Impfabläufe ohne Terminpatienten zu üben. Zuerst geht der Impfstoff an 400 Patienten der Gruppe 2, also Patienten mit Lungenrheuma, zusätzlichem Asthma, COPD oder Diabetes. Wir werden beim Einbestellen sehen, wie viele von diesen Patienten schon geimpft sind. Danach richtet sich, wann wir den 1200 Patienten der Prioritätsgruppe 3 eine Impfung anbieten können.

Es ist mittlerweile klug, bei Arztbesuchen den Impfausweis dabeizuhaben.

Zur Impfvorbereitung mitzubringen sind zwei Formulare:

Aufklärungsmerkblatt zur Schutzimpfung gegen COVID-19 mit mRNA-Impfstoff (PDF, 880 KB, Datei ist nicht barrierefrebarrierefrei)

Anamnese- und Einwilligungsbogen zur Schutzimpfung gegen COVID-19 mit mRNA-Impfstoff (PDF, 925 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Wir haben die Formulare vorrätig. Wenn sie schon ausgefüllt sind, geht es schneller.

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